Medienapotheke

Viel hilft viel.

Interessen-Kollision 27. Januar 2009

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Heute habe ich mal wieder Zweifel an meinem Beruf. Nicht, weil er nur ein unsicheres Einkommen verspricht. Sondern weil ich mich frage, wie lange man das mitmacht, diese Interessen-Kollision mit den Menschen, über die ich schreibe. „Das habe ich noch nicht so gelernt, dass ich dafür sorge, dass die Journalisten dann auch das schreiben, was ich will“, hat mein Interviewpartner gesagt. Und das will ich doch gerade nicht! Ich lasse mich doch nicht manipulieren!

Ich will Brüche finden, Ecken und Kanten, vielleicht sogar Geheimnisse/ Schicksalsschläge/ Widersprüche…alles was eben spannend ist. Und dann sitzt heute jemand vor mir, der einfach so normal ist, dass man keinen „Küchenzuruf“ daraus bilden kann. Und Küchenzurufe mögen wir Journalisten. Bitte keine Berufsbezeichnungen, die länger als ein Wort sind! Bitte ein paar Vereinfachungen, damit es besser klingt!

Wir müssen immer Leute in Schubladen stecken. Heute gab es jemanden, der genau davor Angst hatte. Der sich selbst unterbrochen hat beim Sprechen – „nein, das sage ich lieber nicht“. Oder: „Nein, das auch nicht, zu politisch.“ Wir haben gelernt, dass man dann fragt: „Warum wollen Sie mir das nicht sagen?“ Naja, es ist ihm eben zu persönlich. Genauso wie ein Treffen im Büro, das gleichzeitig sein Zuhause ist. Ich kann es eigentlich verstehen.

Bisher war es nie ein Problem für mich, im Privatleben anderer Leute herumzupulen. Bisher hat mir immer jeder alles freiwillig und gerne erzählt. Ich habe danach im Artikel vieles nicht erwähnt, weil ich ja niemanden bloßstellen will. Bis heute. Entweder, er wollte mir nichts privates erzählen. Oder er hatte einfach gar nichts privates zu erzählen. Vielleicht hat es mich nur irritiert, dass jemand mit einem spannenden Beruf in Wirklichkeit total normal ist.

Nutze ich die anderen aus? Will ich nur die Geschichte? Was hat der andere eigentlich davon?

Er hätte etwas davon, weil es für ihn Werbung wäre. Aber ich befürchte, der Artikel über ihn wird nirgends erscheinen, sondern eine Übung bleiben. Morgen weiß ich mehr. Bisher habe ich noch jeden Artikel bis zur Deadline fertig bekommen.

Heute habe ich auch ein Portrait über einen Auslands-Korrespondenten geschrieben, das Interview habe ich im Oktober geführt. Trotzdem fiel es mir total leicht, weil der Reporter einfach gerne von sich erzählt hat. Und mein Interviewpartner heute? Ich bin mir nicht sicher, ob er nichts erzählen wollte oder ob er einfach nichts zu erzählen hatte oder nicht so gerne über sich selber spricht.

Aber wer will dann den Text über ihn lesen?

 

Neu-Berlinerin 20. Januar 2009

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Dieser -f- hat Recht. Ich war ganz schön faul. Oder zu viel unterwegs. Ein bisschen Jetset musste schon sein, wenn man schonmal endlich weiß, was man die nächsten anderthalb Jahre so macht.

Nürnberg – München – St.Gallen – Davos – Nürnberg – Istanbul – Berlin. Puh! Und dann gleich der erste Schultag. Nachricht, Bericht und investigative Recherche standen bisher auf dem Stundenplan. Jetzt Online. Ein tendenziöser Bericht über „umweltfreundliche Kohlekraft“ folgt in Kürze auf diesem Blog!

Hier noch was lustiges: Der arme TSG.

 

Traumjob? 27. Oktober 2008

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Mein Zeugnis ist endlich angekommen! Jetzt bin ich so eine richtige Magister Artium-Frau.

Könnte also beim Bewerben durchstarten. Und dann finde ich nur Stellenanzeigen wie die da unten! Verstößt das nicht gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz?

 

Nachwuchsjournalisten im Fernsehen 27. Oktober 2008

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Heute an meinem neuen Arbeitsplatz in einer Online-Redaktion: Anruf vom Bayerischen Fernsehen, ob ich nicht als Vertreterin der Nachwuchsjournalisten ein Interview auf den Medientagen geben könnte? Darüber, dass München nicht mehr das ist, was es mal war. Für all die Leute, die was mit Medien machen wollen. Ich dachte eigentlich insgesamt, München wäre immer noch der place to be. Aber nein: Statt Platz 1 nur noch Platz 3 im Ranking der Medienstandorte!  Noch vor einem Jahr war das anders.

Produktionsfirmen wandern nach Berlin ab, genauso wie all die DJS- und HFF-Absolventen laut BR-Fernsehreporter nicht in der sauteuren Stadt leben wollen. Aber wo sind sie dann jetzt, die Medienmetropolen Deutschlands? In Berlin kann man – Zitat einer Journalistenschülerin – die Straßen zupflastern mit all den arbeitslosen Journalisten. Wenn noch genügend Platz ist zwischen all den Graphikern, Schauspielern und Fotografen, die eh schon alles verstopfen.

Das Interview für die Abendschau im Bayerischen Fernsehen am Mittwoch kann ich allerdings leider nicht selber geben. Ich muss nämlich in der Online-Redaktion in der Nicht-Medienmetropole Nürnberg bleiben und kann nicht nach München zu den Medientagen kommen. Ich werds an einen sehr kompetenten Ansprechpartner der Nachwuchsjournalisten in Bayern e.V. abgeben, sogar DJSler. Er wird so einen Stress haben! Dem Deutschlandradio soll er auch noch ein Interview geben. Die können ihn dann mal fragen, ob er nach seiner Ausbildung eigentlich in München bleiben will. Oder in welche Medienmetropole es gehen soll. Vielleicht komme ich dann mit.

 

Tagebuch ade? 26. Oktober 2008

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„Homepage ist out“, musste ich mir hier auf dem Online-Seminar anhören. Na guuuut, dann eben ein Blog. Braucht man ja heute. Was nicht heißt, dass ich kein schlechtes Gewissen habe.

Mein Tagebuch fühlt sich wahrscheinlich jetzt schon links liegen gelassen. Flauschiger pinker Einband mit einem grünen ugly bird vorne drauf, Mitbringsel aus New York. War auch schon in Indien unterwegs. Auf der ersten Seite steht „Tagebuch Nr. 40 von Christiane, 24 Jahre“. Geschenk von Florie.

Der sagt: Ach was, bloggen ist doch bald auch schon wieder out. Jetzt warte mal ab, Christl, was als nächstes kommt.